Altholz pflegen und ölen: So einfach geht's

Ein feuchtes Tuch und alle ein bis zwei Jahre Öl
Altholz pflegst du im Alltag mit einem feuchten Tuch und sonst nichts. Ein- bis zweimal im Jahr – bei stark genutzten Tischplatten öfter – bekommt eine geölte Oberfläche eine dünne Schicht Hartöl. Das dauert eine halbe Stunde und frischt die Farbe sichtbar auf. Mehr ist nicht nötig, und mehr ist dem Holz auch nicht recht.
Was im Alltag reicht
Staub nimmst du trocken ab, Krümel und Flecken mit einem gut ausgewrungenen Tuch. Wichtig ist nur, dass kein Wasser stehen bleibt: Altholz ist massiv und saugt, deshalb hinterlässt eine Pfütze nach zehn Minuten einen dunklen Rand. Einmal nachwischen, und die Sache ist erledigt.
Was du weglassen kannst: Allzweckreiniger, Essigreiniger, Mikrofaser mit Scheuerwirkung und alles, was „glanzstärkend“ heißt. Diese Mittel greifen die Ölschicht an. Danach sieht das Holz kurz frischer aus und trocknet anschließend schneller aus als vorher.
Wie du Altholz ölst
Der Ablauf ist immer derselbe und braucht keine Vorkenntnisse:
Erst die Oberfläche feucht abwischen und vollständig trocknen lassen. Dann wenig Hartöl auf ein fusselfreies Tuch geben und in Richtung der Maserung dünn auftragen – wenig heißt wirklich wenig, eine haselnüssgroße Menge deckt gut einen halben Quadratmeter. Nach etwa zwanzig Minuten alles Überschüssige mit einem trockenen Tuch abnehmen. Über Nacht aushärten lassen, am nächsten Tag ist der Tisch wieder in Betrieb.
Der häufigste Fehler ist zu viel Öl. Was nicht einzieht, bleibt als klebriger Film auf der Oberfläche stehen und zieht Staub an. Passiert das trotzdem: mit einem in Öl getränkten Tuch nachwischen, der Film löst sich wieder.
Achtung bei den Tüchern: Ölgetränkte Lappen können sich zusammengeknüllt selbst entzünden. Ausgebreitet trocknen lassen oder in Wasser legen, dann kann nichts passieren.
Flecken, Kratzer und Wasserränder
Hier liegt der größte Unterschied zu lackierten Möbeln: Eine geölte Altholzoberfläche lässt sich stellenweise ausbessern, eine lackierte nicht. Ein heller Kratzer verschwindet meist schon, wenn du nur diese Stelle nachölst. Sitzt er tiefer, gehst du vorher mit feinem Schleifpapier – Körnung 240 – in Maserrichtung drüber und ölst dann nach.
Dunkle Wasserränder brauchen dieselbe Behandlung, nur etwas Geduld: anschleifen, ölen, trocknen, und falls der Rand noch durchschimmert, das Ganze ein zweites Mal. Bei Altholz fällt eine ausgebesserte Stelle kaum auf, weil die Oberfläche ohnehin lebendig ist. Genau das ist der Vorteil gegenüber gleichmäßigem, neuem Holz.
Welches Mittel das richtige ist, hängt vom einzelnen Stück ab. Wir führen zwei Altholzserien in unterschiedlichen Holzarten, und je nach Produkt und Einsatzzweck sind die Oberflächen verschieden behandelt – eine Tischplatte, auf der täglich gegessen wird, hat andere Ansprüche als ein Sideboard. Eine pauschale Antwort gibt es deshalb nicht.
Gut geeignet ist unser Pflegemittel Rohoptik: Es legt eine unsichtbare, matte und natürliche Schutzschicht auf das Holz, ohne es glänzen zu lassen. Wenn du unsicher bist, welches Mittel zu deinem Möbel passt, schreib uns kurz – wir finden im Team den richtigen Ansprechpartner, und du sparst dir den Fehlkauf.


Häufige Fragen
Wie oft muss ich Altholz ölen?
Bei normal genutzten Möbeln wie Regalen, Sideboards oder Spiegelrahmen reicht alle ein bis zwei Jahre. Esstische und Arbeitsplatten, auf denen täglich etwas abgestellt wird, freuen sich über zwei Durchgänge im Jahr.
Woran erkenne ich, dass es Zeit ist?
Am Wassertropfen. Perlt er ab, ist die Ölschicht intakt. Zieht er innerhalb einer Minute ein und hinterlässt einen dunklen Fleck, der beim Trocknen bleibt, wird es Zeit. Ein zweites Zeichen ist die Farbe: Ausgetrocknetes Altholz wirkt matt und gräulich statt warm.
Woher weiß ich, wie mein Möbel behandelt ist?
Derselbe Wassertropfen hilft. Auf einer versiegelten Fläche steht er als Perle und zieht überhaupt nicht ein. Zieht er langsam ein, ist die Oberfläche offenporig – und nur dann ist Ölen der richtige Weg. Die Behandlung unterscheidet sich je nach Serie, Holzart und Einsatzzweck; im Zweifel frag uns zu deinem konkreten Stück.
Kann ich Altholz auch wachsen statt ölen?
Ja, das Ergebnis ist etwas seidiger. Wachs legt sich allerdings eher auf das Holz, statt einzuziehen, und muss häufiger erneuert werden. Für stark genutzte Flächen ist Öl die haltbarere Wahl. Mischen solltest du beides nicht – auf Wachs zieht Öl nicht mehr richtig ein.
Was mache ich mit Altholz im Bad oder in der Küche?
Beides geht, das Holz braucht dort nur häufiger Öl – zwei- bis dreimal im Jahr. Entscheidend ist Lüften: Stehende Feuchtigkeit ist das Problem, nicht der einzelne Spritzer.